· 2025

Internationaler Tag der Vermissten

DRK klärt tausende Schicksale auf

Jedes Jahr verlieren unzählige Menschen in bewaffneten Konflikten oder auf der Flucht jede Spur von ihren Angehörigen. Die Folge ist eine quälende Ungewissheit, die die Familien der Vermissten oft über Jahre enorm belastet. Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) steht den Betroffenen zur Seite, auch im letzten Jahr wandten sich wieder Tausende an den Suchdienst. „Familien, die auseinandergerissen wurden, finden dank der Arbeit des DRK-Suchdienstes wieder zueinander oder erfahren Gewissheit über den Verbleib ihrer Liebsten“, sagt DRKPräsidentin Gerda Hasselfeldt anlässlich des Internationalen Tags der Vermissten am 30. August 2025. „Wir werden unser humanitäres Mandat für Vermisste und getrennte Familien mit großem Einsatz fortführen, um möglichst viele Angehörige wieder zusammenzuführen oder die Schicksale ihrer Vermissten zu klären.“

Im Bereich der internationalen Suche aufgrund aktueller Krisen und Konflikte wurden im letzten Jahr 2.391 vermisste Angehörige neu registriert, im ersten Halbjahr 2025 waren es 997. Die Hauptherkunftsländer der Suchenden waren Afghanistan, die Ukraine, Syrien, Irak und Somalia.

Unterstützt wird die Arbeit des DRK-Suchdienstes durch das internationale Suchdienst- Netzwerk der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Insbesondere bei aktuellen internationalen Suchanfragen können die zu Suchdienst-Zwecken erhobenen Daten zwischen den 191 Nationalen Gesellschaften sowie dem Zentralen Suchdienst des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz ausgetauscht und Familienmitglieder dadurch wieder miteinander in Kontakt gebracht werden. Weltweit kann durch die Bewegung alle 30 Minuten das Schicksal einer vermissten Person geklärt werden.

Der DRK-Suchdienst führte im letzten Jahr außerdem bundesweit 12.811 qualifizierte Beratungen zu den rechtlichen Voraussetzungen und der praktischen Durchführung des Spätaussiedler-Aufnahmeverfahrens sowie zur Familienzusammenführung Schutzberechtigter durch.

„Die anhaltend hohe Anzahl der Suchanfragen und Beratungen verdeutlicht die gesellschaftliche Relevanz der Aufgaben des DRK-Suchdienstes“, sagt Gerda Hasselfeldt.

Seit mehr als 70 Jahren wird der DRK-Suchdienst vom Bundesministerium des Innern (BMI) institutionell gefördert und klärt bis heute auch die Schicksale von Vermissten des Zweiten Weltkriegs. Im vergangenen Jahr sind 7.101 Anfragen bezüglich des Verbleibs von Kriegsvermissten eingegangen und im ersten Halbjahr 2025 4.197 Anfragen. In circa 43 Prozent der Fälle konnte der DRK- Suchdienst schicksalsklärende Auskünfte erteilen. „Wir sehen auch 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein großes Interesse von Angehörigen, die Schicksale ihrer Kriegsvermissten zu klären“, sagt DRK-Präsidentin Hasselfeldt.

Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung hat im Jahr 2024 mehr als 200.000 Menschen als spurlos verschwunden registriert. Um ein Zeichen der Verbundenheit mit den Vermissten und ihren Familien zu setzen, sät der DRK-Suchdienst in diesem Jahr bundesweit über 200.000 Vergissmeinnicht. Auch der DRK-Landesverband Bremen beteiligt sich am 29.08.2025 an der Aktion und pflanzt Vergissmeinnicht.

Mehr Informationen sowie Online-Formulare für Suchanfragen finden Sie unter: www.drk-suchdienst.de oder wenden Sie sich direkt an den Landesverband Bremen e.V.

DRK-Suchdienst
Frau Elvira Balandinski
Tel. +49 421 4363818
Fax +49 421 4363820
E-Mail: balandinski(at)drk-lv-bremen(dot)de